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Eine Sauriergeschichte

                                                       Torosa, die Heldin

Eines Tages saß das kleine Torosaurus- Mädchen Torosa auf dem Rücken ihres Vaters. "Ist es noch weit bis zum Ziel?", fragte sie.

Ihr Vater antwortete: "Nicht mehr so weit! Nur noch 30 Kilometer!" 30 Kilometer! Torosa war ganz verzweifelt. Zu Fuß! Die Torosaurier waren nämlich auf Wanderschaft, weil ihre Gegend ausgetrocknet war. Sie wussten zwar, wo es wieder etwas zu essen und etwas zu trinken gab, aber es war sehr weit. Als sie losgezogen waren, waren es sogar 70 Kilometer. Na, zum Glück hatten sie den größten Teil der Strecke schon hinter sich. Doch sie konnten nicht lange ohne Essen und Trinken aushalten. Und sie waren leider schon zwei Tage unterwegs. "Ich habe Hunger und Durst!", jammerte Torosa. "Ich ja auch. Wir werden schon etwas finden!", entgegnete ihr Vater. Nun spürte Torosa die Hitze um sich herum und alles flimmerte. Torosa fragte ängstlich: "Warum flimmert alles so?"

Ihr Vater meinte: "Das ist nur die Hitze!" Mit der Zeit wurde es heißer und heißer. Torosa war ganz verzweifelt.

"Was machen wir den jetzt? Von Minute zu Minute wird es heißer!" Sie fing an zu weinen.

"Ist ja gut!" Er nahm Torosa mit dem Maul und setzte sie unter sich. "Lauf unter mir, da ist Schatten!" Torosa war jetzt um jedes bisschen Schatten froh. Auch wenn es dort kaum kühler war, als wenn sie in der prallen Sonne stand.

Nun ging die Sonne unter, und die Nacht kam. "Puh! Das ist schön kühl! Doch ich darf mich trotzdem nicht zu früh freuen. Die Nächte werden hier bis zu -20 Grad kalt", sagte Torosa und seufzte.Nun legte sie sich hin und schlief. Mitten in der Nacht wachte sie auf, wie fast jede Nacht, weil es so kalt war. Sie stand auf, ging ein paar Schritte, aber rutschte gleich aus, weil alles zu Eis gefroren war. "Aua!", stöhnte sie und rieb sich mit dem Vorderfuß den Kopf. "Hey! Das ist ja Wasser!", rief sie, als sie spürte, dass ihre Füße nass waren. "Das muss ich unbedingt Vater erzählen!" Sie sprang auf ihren Vater und rief: "Aufwachen! Ich habe Wasser entdeckt!" Ihr Vater wachte sofort auf und fragte fassungslos: "Wasser? Hier?"

"Ja! Hier ist es!", antwortete Torosa.

Ihr Vater meinte: "Aber das ist doch Eis!"

"Ja, jetzt vielleicht noch! Aber leck mal daran!" Ihr Vater tat es. Plötzlich spürte er, dass es wirklich Wasser war.

Er rief anerkennend: "Donnerwetter! Du hast Recht!" Nun weckte er mit lautem Gebrüll den Rest ihrer Herde. Als alle wach waren, rief er laut: "Alle Mal herhören! Meine Tochter hat Wasser gefunden!"

"Wasser? Wo denn? Her damit!", brüllte ein Torosaurus. Ein anderen wiederum meinte:

"Unsinn! Hier in dieser trockenen Gegend findet man doch nie im Leben Wasser!" Und nun redeten alle wild durcheinander, bis Torosas Vater donnerte:

"Ruuuuuuuuheeeeeeeeeeeeeeeeeeee!" Dann war alles still. "Glaubt mir, es gibt hier Wasser. Dieses Eis ist Wasser. Gefrorenes Wasser, glaube ich. Wir müssen nur daran lecken, dann wird es flüssig", rief er.

Ein älterer Torosaurus namens Toro meinte: "Ich glaube ihm." Und so leckte er an dem Eis und sagte danach: "Es stimmt tatsächlich!" Und plötzlich machten es alle.

"Zum Glück ist genug Eis da! Bei dem Durst, den wir alle haben!", meinte Torosa und begann auch am Eis zu schlecken. Doch der Schrei von Torosas Vater war so laut, dass andere Saurier, die auch noch so weit weg waren, ihn gehört hatten. Leider auch Fleischfresser. Der Schrei hatte sie angelockt und sie dachten jetzt, hier wäre viel Futter für sie. Die Torosaurier hörten nun ein lautes Getrappel und Gebrüll. Nun sahen sie, wie sie von Fleischfressern umringt waren (siehe Bild oben). Torosas Vater sagte zu Torosa: "Schnell, verstecke dich hinter mir!"

"Warte, ich habe eine Idee! Wenn der Schrei laut genug war, diese Viecher anzulocken, ist er auch sicher laut genug, sie wieder zu vertreiben! Ich schreie auch mit dir", meinte Torosa.

"Das könnte eigentlich klappen! Also, auf drei geht´s los. Eins... zwei... drei! Los!" Und sie brüllten wie die Verrückten:

"Haaaaaaaaaaauuuuuuuuuuuuuuuuuut aaaaaaaaaaaaaaaaab!" Und es funktionierte.

"Du hast uns schon zwei Mal mit deinen Ideen gerettet! Einmal, als wir kurz vor dem Verdursten waren und jetzt! Du bist unsere Heldin!", rief ihr Vater begeistert.

Torosa dachte: "Obwohl ich das gar nicht mal so besonders fand, was ich jetzt getan habe. Das hätte Anderen auch einfallen können." Trotzdem war sie sehr zufrieden mit sich. Also kam es, dass die Torosaurier jede Nacht für den nächsten Tag auf Vorrat `tranken´ und immer brüllten, so laut sie konnten, wenn Fleischfresser sie angriffen. So zogen sie weiter und fanden schließlich auch Futter und normales Wasser. Und jeder der Torosaurier erzählte es seinen Kindern weiter. Auch Torosa. Doch das alles blieb ein Geheimnis der Torosaurier.

                          So entstand das erste Eis am Stiel

Ein Torosaurus hatte Nachts Durst und wollte am Eis schlecken. Dann entdeckte er einen eingefrorenen Stock,

der zum Teil herausragte. Der Torosaurus brauchte ihn, um mit seiner Hilfe größere Eisbrocken auf einmal herausbrechen zu können. Also nahm er ihn mit seinem Maul und zog ihn heraus. Und an dem Stock blieb ein großer Eisbrocken hängen. Der Torosaurus schleckte ihn ab. So entstand das erste Eis am Stiel.


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